11 Nov

Fire Phone … lieber doch nicht

Als ich vor einigen Tagen gelesen hatte, dass das Fire Phone nochmals reduziert wurde und ohne SIM-Lock angeboten wird, dachte ich mir, ich müsste das Smartphone einfach selbst einmal testen. Natürlich hatte ich im Vorfeld schon wenig positives über das Fire Phone gehört, aber ich dachte mir, für diesen Preis … das kann doch gar nicht so schlecht sein.
Aber weit gefehlt!
Nach nur drei Tagen habe ich mich entschieden, das Fire Phone zurück zu schicken. Zugegeben, die Hardware ist für diesen Preis einfach unschlagbar und der 3D Effekt ist ganz nett, aber dieses „Feature“ kann leider die unzähligen Unzulänglichkeiten nicht wett machen. Und seien wir doch mal ehrlich, wer braucht schon diese Dynamic-Perspective wirklich?!
Was hilft es mir, wenn ich mit einem tollen 3D Effekt die umstehenden beeindrucken kann, aber das Gerät nicht dafür verwenden kann, für was ich es gekauft habe.


Nun was ist eigentlich so schlecht am Fire Phone?
Diese Frage lässt sich mit einem Ausdruck beantworten: Fire OS
Das Betriebssystem, das Amazon in jahrelanger Arbeit aus Android selbst entwickelt hat, ist an allen Ecken und Enden beschnitten worden und für jemanden der zuvor Android genutzt hat, ist dieses System einfach nur unerträglich. Kombiniert mit dem Amazon eigenen App-Store (Play Store kann auch nicht nachinstalliert werden), lässt sich auf dem Fire OS so gut wie keine der Anwendungen installieren, die ich gerne benutzen würde. (z.B. Threema …)

Hinzu kommt, dass es keinen Home-Screen gibt, sondern das so genannte Carousel füllt den Bildschirm. Hier werden die zuletzt aktiven Anwendungen angezeigt. Sinnvollerweise gibt es aber auch noch die aus Android bekannte Funktion, die alle aktiven Anwendungen anzeigt. Zusammen mit dem App-Drawer hat man drei Möglichkeiten Apps aufzurufen, aber keine, sich diese Ansicht nach seinen Wünschen anzupassen.

Hinzu kommt, dass das Smartphone keine Benachrichtigungs-LED besitzt, was ich persönlich sehr vermisse, da man das Smartphone immer erst einmal einschalten muss, um zu kontrollieren, ob eine neue E-Mail oder Nachricht eingetroffen ist.
Auch den Power-Button finde ich unglücklich platziert: er befindet sich an der Oberseite. Hier finde ich Smartphones mit seitlichem Einschalt-Knopf wesentlich komfortabler mit einer Hand zu bedienen.

Alles im allem ist für mich das Fire Phone trotz der guten Hardware und des guten Displays lediglich als Elektroschrott anzusehen – der Software sei Dank!

Ich denke Amazon hat mittlerweile auch verstanden, dass dieses Projekt ein Flop war, was sich an den immer wieder gesenkten Preisen zeigt.
Hier sollte sich Amazon definitiv überlegen, das Smartphone für Vanilla Android oder Cyanogen oder ähnlichem zu öffnen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Smartphone mit der richtigen Software viel mehr Erfolg haben würde. Die angesprochenen Hardware-Mängel (LED und PowerButton) sind bestimmt auch Ansichtssache, aber vielleicht lernt auch hier Amazon dazu und ich bin gespannt wie es mit dem Fire Phone weiter geht.

Mein Fire Phone jedoch geht nun die Tage zurück.

11 Nov

Outlook Terminerinnerungen unter Windows 7

Obwohl Windows 7 nun schon seit langem eingesetzt wird, hat mich mein Chef vor einigen Tagen auf ein Verhalten aufmerksam gemacht, das mir bisher nicht aufgefallen war:
In Outlook (hier 2007) kann man sich Terminerinnerungen einstellen, um eine gewisse Zeit vor einem Termin daran erinnert zu werden. Unter Windows XP wurde dies durch ein sich öffnendes Fenster und einen Sound signalisiert. Im vorliegenden Fall wollte dieses Fenster aber nicht in den Vordergrund kommen. Lediglich das Outlook-Symbol in der Taskleiste leuchtet auf und erst über einen Klick auf dieses kann man das Erinnerungsfenster anzeigen lassen.
Ich vermutete zuerst eine fehlerhafte Konfiguration und stellte mich schon auf eine langwierige Fehlersuche ein, doch nach etwas Recherche im Internet wurde schnell klar: It’s not a bug, it’s a feature!
Anscheinend hat sich Microsoft gedacht, es wäre eine gute Idee, den Benutzer nicht durch aufpoppende Fenster bei seiner aktuellen Tätigkeit zu stören.
Nun, man mag mir widersprechen, aber ist nicht genau das der Sinn einer Terminerinnerung?!
Leider hat aber Microsoft keine Möglichkeit eingebaut, dieses Verhalten zu beeinflussen und es gibt auch in den Tiefen der Registry keine entsprechende Stellschraube.
Was macht also ein Informatiker in solch einem Fall? Richtig, er schreibt sich ein Script!
Der erste Ansatz: Ein VBA-Makro in Outlook selbst
Schnell war jedoch klar, dass der entsprechende Trigger vor dem Erstellen des Fensters ausgeführt wird und man somit keinen Zugriff darauf erhalten kann.
Die zweite Idee: Auf ein entsprechendes Fenster „warten“
Ein Script, das auf ein Fenster mit entsprechendem Titel wartet, war schnell geschrieben, doch nach dem ersten Tag zeigte sich, dass die verwendete Funktion nicht gerade sparsam mit den Ressourcen umgeht, denn das kleine Script hatte bereits mehr Rechenzeit verbraten, als Outlook selbst.
Der dritte Ansatz brachte dann Erfolg: Windows-Shell-Hooks
Durch Windows-Hooks informiert das Betriebssystem das Programm über Ereignisse der Benutzeroberfläche, unter anderem auch über neu erstellte Fenster. Sobald das Outlook-Erinnerungsfenster erstellt wird, wird dieses in den Vordergrund geholt, wobei die aktuell aktive Anwendung den Fokus behält, um den Benutzer nicht bei Eingaben oder beim Scrollen zu stören.

Download
Obwohl ich keine ausgiebigen Test durchführen konnte, stelle ich das Programm nun zum Download bereit. Es hat bisher bei mir ohne Probleme funktioniert, von daher steht es nun auch anderen zum Testen zur Verfügung:
Das kleine Programm kann Outlook_VordergrundH.7z hier heruntergeladen werden.
Die entpackte Datei kann ohne Installation gestartet werden, ich empfehle jedoch im Autostart-Ordner (C:\Users\USERNAME\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\Startup\) eine Verknüpfung anzulegen oder die EXE-Datei direkt dorthin zu kopieren.
Das Programm erstellt beim ersten Start im AppData Verzeichnis eine Konfigurationsdatei für ein deutsches Outlook, weitere Sprachen können hier entsprechend ergänzt werden. Ich habe leider aktuell nur ein deutsches Outlook zur Hand und kann daher keine weiteren Sprachen testen. Ich würde mich über Rückmeldungen mit neuen Sprachen freuen.
Ansonsten hat das Programm keine Benutzeroberfläche oder weiteren Einstellungen, nur durch ein „Uhr-Symbol“ in der Benachrichtigungsleiste ist zu erkennen, das die Software läuft.
Vielleicht hilft es dem ein oder anderen, der ebenfalls seine Probleme mit diesem „Feature“ hat.
Über Rückmeldungen und Anregungen würde ich mich freuen, gerne können auch Fehler gemeldet werden.

05 Okt

Nun also dann doch ein eigener Blog …

Nachdem ich meine Domain www.patrick-pospischil.de endlich einmal mit Inhalt füllen will, habe ich mich nun entscheiden, einen eigenen Blog anzulegen.
Da ich als IT-Administrator tätig bin, wird es hier vor allem um Programmierung und Administration gehen.
„Warum ein Blog?“ wird man sich fragen …
Aus zwei Gründen:
Zum einen verwende ich nicht selten viel Zeit für die Lösung von IT-Problemen und finde manchmal gute Hinweise in Foren oder erarbeite mir vieles selbst. Vielleicht gibt es auch andere Personen, die vor dem selben Problem stehen wie ich und vielleicht kann ich dem ein oder anderen die gleichen langwierigen Recherchen ersparen.
Zum anderen ist es auch für mich eine Art „Log-Buch“, in dem ich Erkenntnisse festhalte, um nicht bei Null anzufangen, wenn ich einmal wieder vor diesem Problem stehe, aber die Lösung bereits vergessen habe.
Ich freue mich auch auf mögliche Diskussionen oder Verbesserungsvorschläge in den Kommentaren, aus denen wir alle bestimmt weiteren Nutzen ziehen können.